Der Kraftakt:
Der viergeschossige Neubau
mit erforderlicher Überbauung eines städtischen Abwassersammlers und eines
Tiefkellers, die Anbindung an das achtgeschossige Bürogebäude und die Abfangung
einer Giebelwand bereiteten zwar einiges an Kopfzerbrechen, doch Demontage
zweier Geschossdecken und Einbau einer neuen Decke - um im bestehenden Stahlbeton-Skelettbau
kaufhausübliche Geschosshöhen im EG und 1. OG zu gewinnen - war für uns
Tragwerksplaner die größte Herausforderung. Typisch für die Skelettbauweise
ist, dass die Gebäudestabilität nur durch horizontale Decken- und wenige
vertikale Wandscheiben gewährleistet wird. Entfernt man nur einen Teil einer
einzigen Geschossdecke, kann das Gebäude wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.
Eine Montagetechnologie musste entwickelt werden, bei der schneller
Baufortschritt, Wirtschaftlichkeit und Gewährleistung der Standsicherheit
konträr zueinander standen. Während kräftige Stahlstreben das Gebäude
stabilisierten und U- Profile die freiwerdenden Stützenstöße sicherten, wurde
Abschnitt für Abschnitt zunächst die alte Erdgeschossdecke herausgeschnitten
und gleich darauf die neue Decke ½ Geschoss darüber eingebaut. Erst als die
neue Decke komplett eingebaut war, konnte die zweite Decke entfernt werden.
Zeichnung zur Montagetechnologie (PDF, 47 kB)